KI-generierte Bilder kennzeichnen: Pflichten, EU AI Act und WordPress-Lösungen
Wann musst du KI-generierte Bilder kennzeichnen? Erfahre, was der EU AI Act verlangt, wann Ausnahmen gelten und wie du KI-Bilder direkt in WordPress mit Image Source Control markierst.
Viele Publisher nutzen generative KI, um ihre Beiträge mit passenden Bildern zu illustrieren. Ich habe bereits vor einer Weile mit Midjourney experimentiert, um einheitliche Bilder für meinen Reise-Blog zu erstellen. Das lief zwar nicht immer ganz rund, hat aber das enorme Potenzial von KI-Tools gezeigt.
Aber wie sieht es mit der Kennzeichnung aus? Wann musst du KI-generierte Bilder als solche markieren – und wie machst du das am besten in WordPress?
Seit August 2026 ist das Thema durch den EU AI Act (die europäische KI-Verordnung) endgültig im Alltag angekommen. In diesem Artikel zeige ich dir, wann du KI-Bilder kennzeichnen musst und wie du das direkt in WordPress umsetzt – inklusive der neuen Funktion in Image Source Control
Inhaltsverzeichnis
Muss ich KI-generierte Bilder kennzeichnen?
Es gibt weltweit keine einheitliche Universallösung, aber die Situation in der Europäischen Union ist durch den EU AI Act (insbesondere Artikel 50) seit dem 2. August 2026 klar geregelt.
Nach den offiziellen Richtlinien der EU müssen KI-generierte oder KI-manipulierte Inhalte transparent offengelegt werden, wenn sie den Eindruck einer authentischen Aufnahme erwecken. Das Ziel ist klar: Niemand soll durch fotorealistische Fälschungen getäuscht werden.
Ich nutze KI-Bilder auch privat, beispielsweise wenn ich mir für die Gestaltung meiner Wohnung Möbel per KI in Bilder des Raumes einbauen lasse, um zu sehen, was passt. Solche Entwürfe bleiben natürlich privat. Wenn du Bilder jedoch auf deiner Website veröffentlichst, sieht das anders aus.
Was muss markiert werden?
- Fotorealistische KI-Bilder: Bilder, die von echten Fotos auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden sind.
- KI-manipulierte Bilder: Echte Fotos, die nachträglich stark durch KI-Tools verändert wurden.
- Deepfakes: KI-generierte oder manipulierte Inhalte, die reale Personen, Orte oder Ereignisse authentisch darstellen.
Wann ist keine Kennzeichnung nötig?
Nicht jedes KI-Bild braucht zwingend einen auffälligen Warnhinweis. Ausnahmen gelten laut EU AI Act ausdrücklich für:
- Künstlerische, kreative, satirische oder fiktionale Werke: Wenn der KI-Stil offensichtlich künstlerisch ist, greift die strenge Kennzeichnungspflicht nicht im gleichen Maße.
- Beispiel: Bei meinem früheren Experiment für meine Slowakei-Reiseseite nutzte ich Midjourney für einen eher stilisierten, grafischen Look (ähnlich wie Vintage-Grafikdesign). Solange solche Bilder nicht den Anspruch erheben, ein echtes Foto zu sein, ist eine Täuschung ausgeschlossen.
Wie sollte die Kennzeichnung aussehen?
Die Offenlegung muss für den Betrachter klar und direkt ersichtlich sein – nicht versteckt im Kleingedruckten oder nur in unsichtbaren Metadaten. Ein einfacher Textzusatz wie „KI-generiert“ oder ein klares Symbol genügen in der Regel.
Da Verstöße gegen den EU AI Act empfindliche Bußgelder nach sich ziehen können, lohnt es sich, bei fotorealistischen Inhalten auf Nummer sicher zu gehen.
KI-Bilder direkt in WordPress kennzeichnen (mit Image Source Control)
Wenn du WordPress nutzt, möchtest du die Kennzeichnung nicht umständlich für jedes Bild neu erfinden. Genau dafür habe ich in Image Source Control (ISC) eine dedizierte Funktion eingebaut.
Die neue KI-Kennzeichnung in ISC
Nach der Installation von Image Source Control kannst du die neue Funktion ganz einfach aktivieren:
- Gehe im WordPress-Dashboard zu Einstellungen > Bildquellen(?) > KI-Bilder.
- Aktiviere dort die Optionen rund um die KI-Kennzeichnung.
Mit der Option „Zeige nur die KI-Kennzeichnung“ kannst du beispielsweise den Standard-Rahmen des Bild-Overlays weglassen und direkt ein dezentes, aber klares KI-Label ausgeben lassen. Dieses Label wurde offiziell von der EU zur Kennzeichnung von KI-Inhalten herausgegeben.

Sobald die Funktion aktiv ist, steht dir das KI-Label direkt im Block-Editor von WordPress zur Verfügung – genau dort, wo du auch die Bildquelle angibst.

Ich nutze das Feld für die Bildquelle gerne, um zu erwähnen, welches Tool ich verwendet habe. Für ausführlichere Details (wie den Prompt) nutze ich zusätzlichen Text in der Bildunterschrift oder im Beitrag.
Im Frontend erscheint das Label dann je nach gewählten Einstellungen als Overlay oder unterhalb des Bildes.

Wenn in den zentralen Einstellungen die Option “Zeige nur die KI-Kennzeichnung” ausgewählt ist, würde hier bei leerer Bildquelle – also ohne “ChatGPT” – nur das “AI Generated” Label ohne den grau hinterlegten Rahmen sichtbar sein.
Text um das Bild und WordPress-Untertitel
Für den nur gelegentlichen Einsatz von KI-Bildern kannst du auch den klassischen WordPress-Untertitel ohne Plugin verwenden.
- Der Nachteil: WordPress-Untertitel sind nicht zentral synchronisiert. Wenn du ein Bild in mehreren Beiträgen nutzt, musst du den Untertitel jedes Mal neu anpassen.
- Die bessere Alternative: Mit Image Source Control verwaltest du alle Quellen und Labels zentral. Du gibst den Text einmal im Bild-Metafeld ein und ISC zeigt ihn wahlweise als Overlay, in einer globalen Liste oder direkt am Bild an.
Im Dateinamen erwähnen
Auch wenn es kein eleganter Frontend-Ersatz ist: Es schadet nie, Begriffe wie ai-generated im Dateinamen zu hinterlassen. So bleibt die Info erhalten, selbst wenn das Bild einmal außerhalb deiner Website heruntergeladen und geteilt wird.
KI-Prompts für später speichern
Oft möchte ich nach Wochen noch wissen, mit welchem Prompt ein bestimmtes Bild entstanden ist. Dafür nutze ich in WordPress einen von zwei einfachen Wegen:
- Im Dateinamen (z. B. bei DALL-E): ChatGPT bzw. DALL-E schreibt oft Teile des verwendeten Prompts direkt in den ursprünglichen Dateinamen. Ich kürze diesen Dateinamen normalerweise stark ein, aber bei KI-Bildern lasse ich oft einen Hinweis stehen.
- Im WordPress-Beschreibungsfeld: Wenn du den Prompt sicher aufbewahren möchtest, ohne dass er für Besucher sichtbar ist, nutze das Feld Beschreibung in der WordPress-Mediathek. Das bleibt rein intern und hilft dir bei der späteren Suche.
Fazit
Die Kennzeichnung von KI-generierten Bildern ist mit dem EU AI Act für viele Webseitenbetreiber relevanter geworden. Wenn deine Bilder fotorealistisch sind und den Anschein erwecken, echte Personen oder Orte zu zeigen, solltest du sie transparent markieren.
Mit den integrierten Optionen in Image Source Control kannst du KI-Labels und Bildquellen zentral verwalten, ohne auf umständliche Workarounds angewiesen zu sein. Und wenn du sowieso gerade deine Medien aufräumst, wirf am besten direkt einen Blick auf ungenutzte Bilder löschen, um deine Mediathek schlank zu halten.
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